Mein Anliegen ist, in meinen Kursen und Workshops italienisches Lebensgefühl zu vermitteln. Was aber macht dieses Lebensgefühl aus? Auf dieser Seite werden – orientiert an Themen und Touren – Beispiele dafür gezeigt – und meine Lieblingsorte. Allerdings musste ich bei den Fotos auf dieser Seite meistens auf das Wichtigste verzichten – die Menschen in Italien. Eine „Ausstellung“ von Italienern ist unangebracht. Dafür gibt es einen eigenen Abschnitt zu bedeutenden Italienern.

Den Auftakt macht eine Tour durch drei Provinzen in Italien auf den Spuren von Piero della Francesca.

Danach folgt die Musikstadt Lucca

Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit einer italienischen Institution – der Bar.

Im vierten Kapitel sollen bedeutende Italienerinnen und Italiener dargestellt werden, die in Italien jeder kennt, und vermutlich auch bei uns. Es sind Repräsentanten für die Einzigartigkeit Italiens.
Um die Sache etwas spannend zu machen, beschreibe ich die Personen zuerst und Sie können den Namen raten. Die Auflösung erhalten Sie am Schluss. Es geht natürlich auch um Orte, die mit diesen Personen verbunden sind, und die ein Anlass für einen anregenden Sparziergang sind.


Auf den Spuren von Piero della Francesca durch drei Provinzen

Den Anfang macht eine Tour durch drei Provinzen. Kleine Städte und Landschaften stehen im Vordergrund. Das sind schon mehrere Zutaten des italienischen Lebensgefühls. Kleinräumige Ortskerne mit alten Häusern, häufig auf Hügeln, mit verwinkelten Gassen und kleinen Plätzen, die zum Verweilen einladen. Deshalb spielt sich das Leben auf der Piazza oder in der Bar ab. Jung und Alt treffen sich auf der Piazza zum Plausch oder zur Passeggiata.

Die Tour bietet auch eine abwechslungsreiche, bewegte Landschaft mit Wäldern, Wiesen, Feldern und den typischen mediterranen Bäumen und Pflanzen. Und im Hintergrund, fast an jeder Ecke, die Kunst und Kultur von Jahrhunderten.

Kein Geringerer als Piero della Francesca, ein Miterfinder der Renaissance-Malerei, bildet die Klammer für diese Tour.

Arezzo

Wir starten in Arezzo in der Toscana, es geht über Monterchi und San Sepolcro nach Urbino in den Marken. Dann beginnt schon der Rückweg nach Perugia in Umbrien und über Cortona (die einzige Station der Tour, in der keine Bilder von Piero zu sehen sind) zurück nach Arezzo.

Nicht verschwiegen werden soll, dass auch in Florenz und Rimini Bilder von Piero hängen, aber das würde die Tour zu groß machen.

Wer sich einen Vorgeschmack auf die Bilder von Piero holen will, kann hier nachsehen: https://www.wikiart.org/de/piero-della-francesca

Wer jetzt sagt, er findet andere Maler besser und verzichtet lieber auf das Betrachten der Bilder, kann die Tour (fast) genauso gewinnbringend machen. Die Landschaften und Orte sind ursprünglich, wenig vom Tourismus berührt und bieten viel Gelegenheit zum Wohlfühlen.

Die Tour ist – ohne Abstecher, z.B. nach Anghiari oder nach Assisi – ca. 300 km lang, das entspricht einer reinen Fahrtzeit von ca. 6 Stunden. Arezzo oder Cortona, Urbino und Perugia vertragen sehr gut auch mehr als eine Übernachtung. Sie können also gut eine Woche für die Tour einplanen.

Klicken Sie auf die Bilder und Sie erfahren mehr.

Reisetipps Arezzo
Arezzo, Überblick

Ausgangspunkt unserer Tour ist Arezzo, die Antiquitäten- und Schmuck-Stadt.

Arezzo abseits der Touristenpfade
Piazza Grande

Wo beginnen? An der Piazza Grande.

Die Piazza Grande gehört den Touristen und Antiquitätenhändlern. Unter den Arkaden finden sich manchmal Einheimische. Die früheren Bars sind großenteils Restaurants gewichen. Das tut der Schönheit des Platzes aber keinen Abbruch.

Arezzo Insider
Erster Rundgang

Auf in die mittelalterlichen Strassen und zu einer Reihe von Sehenswürdigkeiten!

Das Leben spielt sich auf dem Corso Italia, den Querstrassen, wo es die Restaurants gibt, und auf der Via Roma ab.

Arezzo von Einheimischen
Unbekanntes Arezzo
Arezzo Kultur

Etwas Kultur? Casa Vasari! (http://www.polomusealetoscana.beniculturali.it/index.php?it/192/arezzo-museo-di-casa-vasari).

Das Haus des Universalkünstlers Vasari ist ein Gesamtkunstwerk und ein Ort der Ruhe.

Dom, Park und Festung

Ein Rundgang im Norden der Altstadt entführt uns aus dem Trubel der engen Gassen.

Die Kreuzeslegende in San Francesco

Ein Feuerwerk der Frührenaissance

Es ist das Hauptwerk von Piero und hat ihn auf einen Schlag berühmt gemacht.

Basis des Zyklus ist die mittelalterliche Legenda Aurea von Jacobus de Voragine, spätmittelalterlicher Erzbischof von Genua und Schriftsteller.

Warum die Darstellung des Kreuzes in Arezzo? Die Kirche gehört den Franziskanern, für die die Passion Christi eine besondere Bedeutung hat.

Wer nach der Betrachtung des Bilderzyklus sofort eine Pause braucht, geht ins wunderschöne historische Caffè dei Costanti, direkt gegenüber der Kirche. Etwas weiter ist das kleine Vasari Caffè (Via Giorgio Vasari, 15).
Der Vollständigkeit halber sollte abschließend noch erwähnt werden, dass es mehrere Theater in Arezzo gibt. Es lohnt sich, vor einem Besuch das Programm, das Musik und Theater umfasst, zu studieren.


Monterchi, Sansepolcro, Urbino

Sehr abwechslungsreich geht es über Monterchi, vielleicht zu einem Abstecher nach Anghiari und dann nach Sansepolcro und von dort auf den Apennin. Am Ende wartet Urbino. Kurz zuvor noch ein Halt in Urbania.

Reisetipps Monterchi Toskana
Monterchi

Von Arezzo geht es nach Monterchi, einem kleinen Dorf auf einem Bergrücken mit entsprechender Aussicht. Grund für den Besuch ist das Piero-Gemälde Madonna del Parto, die schwangere Madonna. Zwei Engel halten die Vorhänge eines Baldachins, vermutlich ein Sinnbild für einen Tabernakel, auseinander, in der Mitte Maria. Dargestellt ist eine junge schwangere Frau mit melancholischem Blick. Thema ist vermutlich die gleichzeitige Göttlichkeit (Tabernakel) und Menschlichkeit (eine menschliche Mutter) Christi. Unabhängig von allen Interpretationsversuchen ist das Bild einfach wunderschön.

Es gibt tatsächlich Restaurants in dem kleinen Dorf. Eine Stärkung vor Ort ist also möglich.

Bevor es weiter nach Sanselpolcro geht, bietet sich ein Abstecher nach Anghiari an.

Reisetipps Marken Sansepolcro
Sansepolcro

Grund für einen Besuch in Sanselpolcro ist das Museo Civico (http://www.museocivicosansepolcro.it/index.aspx) mit einem Hauptwerk von Piero, der Auferstehung.

Wenn man nach San Sepolcro (Geburts- und Sterbeort von Pietro) hineinfährt, ist es zunächst wenig einladend: breite, gerade Straßen und Häuserfluchten. Ist man dann innerhalb des ehemaligen Mauerrings, sieht es ganz anders aus. Schmale Strassen, kleine Plätze, die ein oder andere Sehenswürdigkeit (Kathedrale, Palazzi, Medici-Festung) – und sehr wenig Touristen.

Reisetipps Urbino
Urbino

Hinter Sansepolcro geht es über die SS73Bis erst einmal recht steil in vielen Kehren in die Berge des Apennin. Für kurze Zeit geht es durch Umbrien und dann in die Marken.

Ein Muss ist ein Halt in Urbania, angeblich der Lieblingsort von Federico da Montefeltro, in das er sich in einer Sänfte tragen ließ.

In Urbino hängt die Geißelung Christi. Ein äußerst spannendes Bild. Zum einen zeigt es Pieros Kunst der Perspektive – er war auch Mathematiker und hat mit ungefähr 60 Jahren aufgehört zu malen, um sich ganz der Kunsttheorie und der Mathematik zu widmen.

Gubbio, Perugia, Assisi, Cortona

Nun befinden wir uns schon auf dem Rückweg. Der letzte Ort unserer Tour mit Bildern von Piero ist Perugia. Nicht weit von Perugia liegt Assisi. Es wäre eine Sünde, diesen Abstecher auszulassen. Das Gleiche gilt für das kurz vor Arezzo gelegene Cortona. Die Route führt am Lago Trasimeno vorbei. Eine gute Gelegenheit für einen kleinen Badeaufenthalt.

Reisetipps Perugia
Gubbio und Perugia

Die nächste Station ist Perugia. Die Entfernung beträgt etwas mehr als 100 km. Für den größten Teil der Strecke kann man die gut ausgebaute SP3 nutzen. Die Landschaft wird hier stark genutzt und es spricht nichts dagegen, die schnellste Strecke zu wählen, die knapp zwei Stunden Fahrzeit kostet. Für einen Zwischenstopp eignet sich Cagli, unbedingt aber Gubbio.

Perugia ist die Hauptstadt von Umbrien und Universitätsstadt. Wie viele Orte in Umbrien liegt Sie auf einem Hügel. Ursprünglich waren es zwei, aber die Senke dazwischen wurde zugeschüttet. Die Piazza IV Novembre bündelt viele der größten Sehenwürdigkeiten.

Aber nun zu Piero. In der Galleria Nazionale dell Umbria (https://gallerianazionaledellumbria.it/) hängt das Polyptichon des Hl. Antonius.

Neben historischen Gebäuden, dem Brunnen und der Malkunst gibt es aber auch noch ein Alltagsleben. Hier hat Perugia viel zu bieten. Der richtige Ort dafür ist der Corso Vannucci, die Flaniermeile. Es ist gelungen, die großen Mode- und sonstigen Ketten fernzuhalten, so dass man sich vollständig auf das Flanieren und Schauen konzentrieren kann. Am einen Ende des Corso, an der Piazza Italia kann man den weiten Blick über die umbrische Landschaft genießen.

Reisetipps Assisi
Assisi

Jeder kennt Assisi. Die heitere Atmosphäre, die außergewöhnliche Doppelkirche. Der Abstecher lohnt sich in jedem Fall.

Reisetipps Cortona
Cortona

Ein paar Kilometer hinter Perugia führt die Strasse am Lago Trasimeno vorbei. Ein Stopp bietet sich in Passignano sul Trasimeno an. Dann geht es weiter nach Cortona.

Eine steile, gewundene Strasse führt hinauf zur Altstadt. Cortona hat alles, eine Stadtmauer, einen zentralen Platz mit Plazzi und einer riesigen Treppe, von der aus man das Treiben beobachten kann, eine grandiose Aussicht, romantische Treppen, die von den Hauptstrassen nach oben oder nach unten führen, Kirchen, Kunstwerke und ein wunderbares Flair. Man möchte gar nicht mehr weiter fahren. Das habe natürlich auch andere bemerkt. Wer dem Trubel entkommen möchte geht z.B. die Via S. Margherita lang, genießt die Ruhe und die Aussicht. Man kann der Strasse bis zu Festung folgen und hat dann noch den Blick nach Norden.


Musikstadt Lucca

Wer den italienischen Sommer genießen möchte und nicht gleich ans Meer muss, sollte sich ein paar Tage in Lucca gönnen.

Lucca ist kein Geheimtipp mehr, aber in jedem Fall entspannt, und, abgesehen vielleicht von der Umgebung der Piazza dell’Anfiteatro, auch im Sommer hauptsächlich von Italienern bewohnt. Wer Sehenswürdigkeiten sucht, findet genug für mindestens eine Woche Aufenthalt. Lucca war vom frühen Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert erfolgreich. Deshalb finden sich Bauten aus allen Perioden. Lucca hat noch das alte römische rechtwinklige Straßenmuster, ist mittelalterlich, weist viele Palazzi auf und ist heute eine moderne Stadt. Das Kulinarische kommt nicht zu kurz und Atmosphäre gibt es reichlich. Eine Besonderheit ist die ca. 4 km lange, baumbestandene Mauer, auf der man zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad entlang fahren kann. Lucca ist sehr fahrradfreundlich. Wer für einen Tag Pause von der Stadt möchte, fährt zu Gärten und Palazzi in der Umgebung und genießt die wunderbare Landschaft. Das alles würde schon reichen, um Lucca ausgiebig zu besuchen.

Reiseführer Lucca

Gerade im Sommer gibt es aber eine Besonderheit: Musik. Echte Weltstars kommen zum Pop-Musik-Festival (https://www.summer-festival.com). Die Konzerte sind auf der Piazza Napoleone, benannt nach Napoleons Schwester Elisa, die von 1805 bis 1815 Fürstin von Lucca war. Man kann sich keine schönere Konzert-Location vorstellen. Die alten Gebäude, die Bäume, in der Mitte die überschaubar große Konzert-Arena (die vielleicht ein Viertel des knapp fußballfeldgroßen Platzes einnimmt) und außen herum die Cafés und Restaurants, in denen sich die Besucher ausruhen und stärken.
Dazu gibt es kleinere, meist klassische Konzerte an vielen Orten der Stadt. Geht man durch die Straßen hört man Musiker und Sänger in den Häusern proben. Musik liegt also buchstäblich in der Luft.

Lucca abseits der Touristenströme

Und dann gibt es noch das Puccini-Festival in Torre del Lago (https://www.puccinifestival.it/en/), Oper auf einer Seebühne. Auch ein Gesamtkunstwerk und ein Arrangement für den perfekten Abend. Zunächst vielleicht ein Spaziergang am Meer, dann das Abendessen auf der Terrasse eines der Restaurants am See (z.B. dem Chalet del lago – www.chaletdellago.it) und schließlich, als Krönung, die Open-Air-Oper. Man darf viel erwarten. Die Sänger*innen sind erstklassig, die Inszenierungen sind modern, die Akustik ist erstaunlich gut und das Ambiente lässig.

Das kommt alles nicht von ungefähr, waren doch z.B. Puccini, Catalani (Komponist u.a. der Oper La Valli) und Boccherini Söhne der Stadt.

Erwähnt werden sollte noch das Klassik-Festival in Lucca, etwas früher im Jahr, meistens Ende April/Anfang Mai.

Das Teatro del Giglio ist ein bekanntes Theater und Opernhaus, das von Oktober bis April Opern, Konzerte, Theaterstücke, Musikabende und Lesungen auf die Bühne bringt. Seit einiger Zeit gibt es das Winterfestival.

Konzerte werden auch in Kirchen oder ehemaligen Kirchen gegeben (z.B. im Dom, im Auditorium San Romano, im Auditorium del Suffragio, in der Chiesa di San Paolino – vor dieser Kirche wurde das römischer Pflaster des Decumanus gefunden). Eine ganz besondere Umgebung für die Musik.

1. Die Piazza San Michele und das Zentrum

Geheimtipps Lucca

Wo anfangen? Auf der Piazza San Michele, dem alten römischen Marktplatz, dem Zentrum der Stadt. Der Straßenverlauf hat sich seit der Römerzeit nicht verändert. Via San Paolino und Via Santa Croce verlaufen auf dem alten Decumanus, Via Fillunga und Via Cenami auf dem alten Cardo.

Hier sind die Geschäftsstraßen, hier eilen die Berufstätigen vorbei, Einkäufe werden erledigt, auf dem Platz sitzen Jugendliche und schauen dem Treiben zu.

Kunstgenuss, Kühle und Ruhe bietet die Kirche San Michele aus dem 12. Jahrhundert. Die Höhe der Fassade verspricht etwas mehr, als das Kirchenschiff halten kann. Es ist wohl das Geld ausgegangen. Die Bürger Luccas erbauten die Kirche als Konkurrenz zum Dom, und widmeten sie dem Kämpfer und Erzengel Michael. Seine Statue  steht ganz oben auf der Fassade. Hier versammelte sich auch zunächst  – in Ermangelung eines Stadtpalastes – der Bürgerrat. Erst im 15. Jahrhundert wurde der Palazzo Pretorio erbaut, der auch an der Piazza San Michele steht. Im Inneren der Kirche ist ein Bild mit vier Heiligen von Filippino Lippi zu bewundern.

Auf der Piazza steht die Statue von Francesco Burlamacchi (geboren 1498 in Lucca, gestorben 1547), der sich gegen die Medici-Herrschaft auflehnte und die Reformation unterstützte, was er mit dem Leben bezahlte.

Lucca für Insider

Abstecher in den Westen der Altstadt

Die Via San Paolino führt in den Westen der Altstadt. Hier finden sich Fachgeschäfte (Kurzwaren, Möbel, Leder, Schokolade, Spielwaren, Süßgebäck), kleine Cafés und Restaurants.

Ebenfalls in den Westen führt die Via del Poggio. Sie ist recht schmal, führt aber vorbei am Puccini-Museum und (wie die Via San Paolino) zur kleinen, stillen Piazza Citadella mit einer Statue von Puccini und Cafés (z.B. das Manon Lescaut oder das Eiscafé Santini) und mit kleinen Geschäften. Folgt man der noch etwas kleineren Via del Toro, gelangt man zum Plazzo Mansi.  Unscheinbar von außen, aber eine Pracht im Inneren. Hier kann man sich in die Zeit und die Welt der reichen Kaufleute des 17. und 18. Jahrhunderts zurückversetzen (http://www.luccamuseinazionali.it/en/mansi/museo-nazionale-di-palazzo-mansi). Beeindruckend.

Lucca mit Genuß

Rundgang in nördlicher Richtung

Die  Via Calderia führt Richtung Norden, vorbei am Ronzini-Turm zur kleinen Piazza del Salvatore mit der Fontana della Pupporona. Der Platz hat den Namen vom Frauen-Kloster, das bereits im 8. Jahrhundert gegründet und von den Karolingern unterstützt wurde. In der napoleonischen Zeit wurde das Kloster aufgelöst. In Lucca wird der Platz aber nach der Marmor-Wassernymphe des Brunnens benannt. Der Bischof fand es unangebracht, die Statue vor eine Kirche zu stellen. Die Stadtherren ließen sich aber nicht davon beeindrucken.  Ganz unabhängig davon kann man an dem Platz gut verweilen und einen Café trinken.
Dann kann man sich dem Gewirr der kleinen Gassen überlassen und sehen, ob man z.B. den Palazzo Pfanner findet. Vielleicht geraten Sie auf die Via Buia oder die Via Sant Andrea. Hier gibt es viele Geschäfte und Boutiquen. Der Rückweg führt dann schließlich durch die Via Fillungo (die Hauptgeschäftsstraße mit Jugendstilfassaden an einigen Geschäften)  und die Via Roma wieder zur Piazza San Michele. Gehen Sie noch durch den Torbogen neben der Kirche und Sie kommen zum Corte delle uova, eine Erinnerung daran, dass Lucca schon in früherer Zeit ein Handelszentrum war. Achten Sie bei Ihrem Rundgang auf solche Straßennamen (Via Beccheria,  Piazza dei Cocomeri, Corte del Pesce, Vicolo delle Ventaglie, Corte della Neve – an Letzterem wurde Eis hergestellt).

Lucca, wie es Einheimische sehen

Rundgang im Süden zum Dom

Auch die Via Pozzotorelli südlich der Piazza San Michele ist eine Einkaufsstrasse. Hier dominieren Mode- und Schuhgeschäfte. Recht schnell ist man an der Piazza Napoleone. Hierhin kommt man auch über die Via Beccheria. An der Piazza steht der Plalazzo Ducale. Er ist hauptsächlich groß. Im Inneren ist ein Treppenhaus und eine Galerie mit Statuen zu sehen. Das Interessanteste ist vermutlich die Baugeschichte: im 14. Jahrhundert an der Stelle der abgerissenen Festung erbaut, in den folgenden Jahrhunderten mehrfach umgebaut. Hier residierte Elisa Bonaparte. Die Innenhöfe sind nicht vollständig ausgebaut.

Sie können über die Via Nazionale einen Abstecher zum Corso Garibaldi machen. Hier beginnt ein kurzes autofreies Stück der Strasse mit vielen Restaurants und einigen Geschäften. Ein guter Platz für ein ruhiges Mittagessen.

Lucca

Wer einen Rundgang machen möchte, geht zurück zur Piazza del Giglio mit der Statue von Garibaldi in die Via del Duomo.  Interessant ist nach ein paar Schritten die Kirche Santi Giovanni e Reparata mit Ausgrabungen der ursprünglichen Kirche und des Baptisteriums aus dem 4. Jahrhundert. Weiterhin sind römische Reste zu sehen,  langobardische Gräber und eine karolingische Krypta (https://www.museocattedralelucca.it/san-giovanni-reparata/).  Freunde sakraler Kunst schauen sich unbedingt auch den Dom und das gegenüberliegende Museum an. Die Piazza Antelminelli ist etwas kahl. Dafür gibt es ein schöne Café und wenig Trubel. Wer jetzt etwas Süsses braucht, macht einen kleinen Abstecher in die Via della Rosa 9, zur Pasticceria Dianda. Die Via delle Trombe an der Nordwestecke der Piazza Antelminelli führt zur Via Santa Croce. Die Via Santa Croce geht über in die Via Roma und führt wieder zurück zur Piazza San Michele. Achten Sie auf die Fassade des Geschäftes Galiani in der Via Roma 23. In der Gegenrichtung führt die Via Santa Croce in den Osten der Altstadt. Dort sind die Bewohner weitgehend unter sich. Man kann weitergehen zu einem kleinen Kanal (Via del Fosso). Aber dazu später.

2. Piazza dell’Anfiteatro und Umgebung

Tipps für Lucca

Viele Fotos der Piazza dell’Anfiteatro zeigen einen fast leeren Platz mit ein paar kleinen Tischen unter Schirmen im Hintergrund. Tatsächlich ist der Platz beinahe komplett angefüllt mit beschirmten Sitzplätzen von Restaurants und kleinen Ständen. Es herrscht Trubel. Man sollte also sehr früh kommen oder spät. Auch in der Straße, die um die ehemalige Arena herumführt, gibt es viele Trattorien und Geschäfte, so dass es ein ziemliches Gedränge gibt. Nostalgie beschleicht einen bei dem Gedanken, wie es dort vor 15 Jahren aussah.

Wer romanische Kirchen schätzt, schaut sich San Frediano an, mit dem berühmten Fassadenmosaik. Die Kirche geht zurück auf den Hl. Frediano, der 560 zum Bischof von Lucca geweiht wurde. Neben seinem Grab beherbergt die Kirche auch die Ruhestätten der Hl. Zita (wer’s gruselig mag: in der Kirche liegt ihr mumifizierter Leichnam) und des Hl. Richard (er starb 720 in Lucca auf einer Pilgerfahrt nach Rom, die er mit seinen später heilig gesprochenen Söhnen unternahm, die aus dem Bistum Eichstätt stammen). Man kann auch gut nur auf der Piazza vor der Kirche verweilen. Hier gibt es mehrere Cafés und man kann so tun, also würde man sich bei einem Bitterino in die Betrachtung des Fassadenmosaiks versenken.

Lucca 2021

Nicht weit ist der Palazzo Pfanner (http://www.palazzopfanner.it/). Ein wirkliches Kleinod an Palast mit wunderschönem Garten. Da ist es wieder gut, dass die Piazza dell’Anfiteatro die Touristen auf sich zieht. Hier ist man häufig fast alleine. Der Palast wurde von einer Seidenhändler-Familie in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gebaut. Aber, wie es so geht, geriet die Familie in eine finanzielle Krise und musste den Palast verkaufen. Die neuen Eigentümer ließen das mehr als beeindruckende Treppenhaus bauen. Mitte des 19. Jahrhunderts tritt ein Brauer vom Bodensee auf den Plan, mit dem Namen Pfanner. Er mietet zunächst das Gebäude und kauft es dann – um eine Brauerei zu betreiben. Der Palast war die Hauptverwaltung der Brauerei. Der Familie gehört der Palast bis heute.

Die große Treppe führt in den Hauptraum mit Fresken aus dem frühen 18. Jahrhundert. Dahinter finden sich weitere, mit antiken Möbeln eingerichtete Räume.

Die eigentliche Attraktion ist aber der Garten. Barock mit Brunnen und Statuen, ein kleiner Bambuswald. Ein wirkliches Paradies.

Wer es richtig krachen lassen will, kann im Palast auch ein Apartment mieten.

3. Der Osten der Altstadt

Geheime Orte in Lucca

Dieser Rundgang streift mehrere Sehenswürdigkeiten, erfordert also etwas Planung wenn man alle Sehenswürdigkeiten besuchen möchte. Natürlich kann man auch Sehenswürdigkeiten auslassen und sie an einem anderen Tag gezielt besuchen.

Ganz im Osten geht es am Ruhigsten zu. Wir starten wieder an der Piazza San Michele, gehen die Via Santa Lucia hoch bis zur Via Buia und folgen dann der Via Sant Andrea. Schließlich kommen wir zum bekannten, mit Bäumen bewachsenen Torre Guinigi. Er gehört zum fixen Tourismusprogramm. Für einen Besuch empfehlen sich also Tagesrandzeiten (http://www.comune.lucca.it/flex/cm/pages/ServeBLOB.php/L/IT/IDPagina/131).

Am Ende der Strasse geht es entweder in die Via Guinigi oder die Via dell‘ Angelo Custodo (sollte man schon wegen des Namens vorziehen) rechts bis zur Via Santa Croce. Von dort sind es nur ein paar Schritte zu Via del Fosso. Hier fließt ein kleiner Stadtbach mitten in der Straße. Sehr beschaulich. Wirklich sehenswert ist an der Nr. 30 die Villa Bottini, quasi die Mutter aller Villen im Lucceser Gebiet.

Folgen Sie dann der Via del Fosso weiter in nördlicher Richtung bis zur Via del Fratta. Hier gibt es nicht nur einen schönen kleinen Platz mit einer Madonnen-Statue auf einer Säule, sondern auch das Lucca Center of Contemporary Art (Lu.CCA) mit spannenden Ausstellungen (https://www.luccamuseum.org/).

Insider-Tipps Lucca

Wer alte Kunst schätzt, folgt dann der Piazza S. Francesco und der anschließenden Via della Quarquonia bis zur Nr. 4. Dort ist das Museo Nazionale di Villa Guinigi (http://www.luccamuseinazionali.it/it/guinigi/museo-nazionale-di-villa-guinigi). Es gibt dort Gemälde und Skulpturen vom Mittelalter bis in 18. Jahrhundert, die die Geschichte Luccas reflektieren, aber auch wechselnde Ausstellungen, sowie eine archäologische Abteilung.

Vom Museum geht es wieder zurück, wir queren die Via del Fossa und gehen die Via Nuova entlang. Hier liegt der Mercato del Carmine, ein überdachter Markt (Piazza del Carmine, Öffnungszeiten sind 7.00 bis 13.00 und 16.00 bis 19.30 außer Mittwoch Nachmittag im Winter und Samstag Nachmittag im Sommer). Die Via Nuova führt schließlich zur Via Fillungo. Hier gehen wir rechts, bis wir zur Porta dei Borgi kommen. In den angrenzenden kleinen Stassen gibt es viele Cafés und Bars, vor denen man sich am Nachmittag zum Aperitivo trifft. Ein italienisches Erlebnis.

4. Ein Rundgang auf der Stadtmauer

Ein Muss, zwar für viele, aber dennoch ein Muss. Auf einer breiten Straße ohne Autos unter Bäumen flanieren mit wunderbarer Aussicht auf die Stadt und das Umland.

4 km können lang sein. Eine wunderbare Unterbrechung ist der Botanische Garten im Südosten (via del Giardino Botanico 14; https://ortobotanicodilucca.it/). Im Osten ist das Museum Via Francigena Entry Point. In einem Gewölbe wird multimedial die Geschichte der Via Francigena dargestellt. An der Porta San Pietro im Süden lockt ein Eiscafè (Paniko, Via S. Girolamo 28).

Die Runde auf der Mauer bietet sich für den ersten Tag an, um einen Überblick über die Stadt zu bekommen oder für den letzten, um – wahrscheinlich wehmütig – Abschied zu nehmen.

Bei aller Toscana-Seligkeit sollte allerdings auch darauf hingewiesen werden, dass Lucca stramm rechts wählt. Bei den letzten Parlamentswahlen 2018 lag die Gruppe aus Lega Nord, Berlusconis Forza Italia, Fratelli d’Italia (rechts und Europa-skeptisch) und Noi con Italia –UDC deutlich vorne.

5. Praktisches

Praktisches: wenn man sich eine Ferienwohnung innerhalb der Mauer, aber in deren Nähe sucht, ist es ruhig, aber nicht weit zu den Sehenswürdigkeiten und man kann das Auto ein paar Schritte außerhalb der Mauer kostenfrei  – und sicher – parken. Konzert-Tickets sollte man frühzeitig buchen. Dass es sehr gute Musik in Lucca gibt, hat sich herumgesprochen. Wer sich eine Open-Air-Oper gönnen möchte, sollte bei den Eintrittskarten nicht knausern. Der Zuschauerraum ist riesig, der Reihenabstand ist großzügig bemessen. Wer nicht in vordere Plätze investiert, braucht ein gutes Opernglas. Vor der Oper noch am See zu essen, hat den positiven Nebeneffekt, dass man auf dem relativ kleinen Parkplatz noch eine Lücke findet. Und die Qualität des Essens ist überdurchschnittlich, die Atmosphäre am See einzigartig. Allerdings wissen die Restaurants auch um ihre Vorzüge und zeigen das in den Preisen. 

Es gibt eine Reihe von Märkten und „Fiere“ in Lucca, deren Besuch sich lohnt, wenn man gerade in der Stadt ist. Eine Übersicht findet sich hier: http://www.comune.lucca.it/flex/cm/pages/ServeBLOB.php/L/IT/IDPagina/211

Wer Trubel mag und lieber im September unterwegs ist, kommt gerade richtig zum Settembre Luccese. Ursprünglich das Fest des heiligen Antlitzes (Volto Santo) mit einer großen Prozession, inzwischen eine Art Jahrmarkt, mit Veranstaltungen, Konzerten, Märkten usw.

Für einen Vorgeschmack auf Lucca ist der Instagram-Account der Stadt zu empfehlen: https://www.instagram.com/visitlucca/

6 Ein Ausflug zur Villa Reale und zur Ponte della Maddalena

Der Palazzo Reale bietet nicht nur einen wunderbaren Garten, sondern auch eine Grotte und ein fast surreal wirkendes altes Schwimmbad. Noch etwas weiter von Lucca entfernt ist die mittelalterliche Ponte della Maddalena. Fotomotive en masse.

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Die Bar

1. Begleitung über den Tag

Die Bar begleitet über den Tag. Sie ist regelmäßiger Treffpunkt und vereint Jung und Alt, Kostüm- und Anzugträger*innen, Arbeiter, Müßiggänger…

Ein schnelles Frühstück (Capuccino und Brioche oder Cornetto), eine Kleinigkeit zu Mittag (Salat oder angewärmte Panini), den Aperitivo am Nachmittag und vielleicht noch einen Grappa oder Wein nach dem Abendessen, oder einen Espresso zwischendurch. Die Bar sorgt für alles.

Am Morgen haben die Leute es meist eilig. Noch schnell das Minifrühstück, bevor es zur Arbeit geht. Aber Zeit für einen Plausch ist immer. Auch diejenigen, die nur zwischendurch einen Caffè nehmen, sind nicht lange in der Bar. In der zweiten Tageshälfte ist mehr Zeit.

Man steht gewöhnlich am Tresen. Dort ist der Treffpunkt. Man möchte diejenigen sehen, die man regelmäßig trifft aber auch selbst Präsenz zeigen. Gesprächsthemen finden sich sofort. Die Bar schafft also seelisches Gleichgewicht. Die Einstimmung in den Tag, die Entspannung in der Mittagspause, die Möglichkeit, Dampf abzulassen am Nachmittag, einen beschaulichen Ausklang am Abend. Am Nachmittag stehen die Leute auch vor der Bar und unterhalten sich in kleinen Grüppchen.

Italienisch in Sülz

2. Das Ambiente

Schon die Geräusche vermitteln das italienische Gefühl. Das Klirren der Tassen und der Löffel, die auf die Untertasse geworfen werden, die Mahlgeräusche, das Ausklopfen des Siebträgers und das Zischen des Dampfes. Und darüber die Unterhaltungen der Gäste.

Der Barista ist eher wortkarg. Er zelebriert seine Kunst, den Caffè zu brühen und bewahrt auch in der größten Hektik die Ruhe. Beeindruckend ist die meist riesige Espressomaschine. In größeren Bars sind Kasse und Theke getrennt. Man kauft den Scontrino und gibt ihn dem Barista.

Die Ausstattung der meisten Bars ist spartanisch. Der Tresen mit einer kleinen Vitrine für Süsses und Pannini, die Kaffee-Maschine und eine Galerie mit alkoholischen und alkoholfreien Getränken. Vielleicht noch ein oder zwei kleine Tische vor der Tür. Das ist häufig schon alles.

Das gibt es natürlich auch größer, mit Sitzplätzen im Inneren, einer Reihe von Tischen mit Sonnenschirmen vor der Bar. Und schließlich gibt es die großen, historischen und berühmten Bars.

3. Der Caffè

Welchen Caffè gibt es? Am Morgen (und nur dann) Capuccino, Espresso, vielleicht noch einen Espressino (ein Espresso mit etwas Milchschaum und Kakao) oder einen Macchiato. Das ist das Kern- Angebot. Dazu gibt es vielleicht noch einen Lungo, einen entkoffeinierten Kaffee, oder einen Caffè correto mit Alkohol (Grappa oder Sambuca).

4. Die Speisen

Manche Bars bieten Berufstätigen ein Mittagessen, das vom Arbeitgeber mit den „Tickets“ unterstützt wird. Hier gibt es dann auch mehr Gerichte, im Süden z.B. Arancini.

Zum Aperitivo am Nachmittag oder am Abend reichen einige Bars nicht nur Kleinigkeiten, wie Erdnüsse, Oliven oder Chips zum Getränk, sondern Kunstwerke aus kleinen Antipasti und Tramezzini, die Stuzzichini, benannt nach den Spießchen. Diese Speisen genügen zum satt werden und sind meistens im Preis der Getränke inbegriffen.

Italienisch in Sülz

5. Der Aperitivo


Mit Aperitivo ist nicht nur das Getränk gemeint, das alkoholisch oder alkoholfrei sein kann. Aperitivo umfasst auch die kleinen Speisen und im erweiterten Sinn das gesellige Beisammensein.

Manchmal gibt es sogar ein Buffet und Aperitivo und Abendessen verschmelzen zum Apericena.

Das Getränk kann ein Aperol sein, ein Martini, ein Spritz, ein Negroni oder ein alkoholfreier Bitter (in rot Bitterino, in gelb Crodino). Es wird aber auch Wein oder Prosecco ausgeschenkt. Der Aperitivo soll Ende des 18. Jahrhunderts in Turin erfunden sein, und war damals ein Wermut.

6. Süsses

In jeder Bar gibt es Süssgebäck. Sfogliatelle (gefüllte Blätterteigtaschen, ursprünglich aus Neapel), alle Arten Mandorlini (Mandelgebäck), rumgefülltes Gebäck (Babà), Amaretti….

Es gibt auch Eis, meistens aus der Kühltruhe (z.B. einen Tartufo), manchmal auch selbst Hergestelltes oder von einem Eiscafe Geliefertes.

7. Besonderes

Eine Besonderheit gibt es in Neapel: den Caffè sospeso. Typisch napolitanisch ist das selbst organisierte Solidarität. Man kann für weniger Begüterte einen Caffè spendieren. Der Scontrino für diesen Caffè wird häufig irgendwo in der Bar aufgehängt. Der Caffè wird dann auf Anfrage ausgeschenkt. Der Barista ist der Wächter über die richtige Verwendung des Caffè sospeso. Auf Netflix gibt es sogar eine Dokumentation darüber, wie sich der Caffè sospeso bis nach Amerika verbreitet hat (https://www.netflix.com/de/title/80232894). Ein Beispiel aus Chicago ist hier: Sister Pie. Inzwischen gibt es auch einen spendierten Coronatest (tampone sospeso) in Neapel – und in Mailand.

Italienisch mit Spaß

8. Literatur und Film

Stefano Benni hat in den 70ern ein Buch über die Bar und seine Besucher geschrieben (Bar Sport,  Mondadori, 1976) und 1997 ein Folgebuch (Bar Sport Duemila, Feltrinelli 1997). Er beschreibt sehr humorvoll die Typen und Geschichten rund um eine Bar.

Das Buch Bar Sport wurde 2011 auch verfilmt.

In der Komödie La banda degli onesti (die Bande der Ehrlichen) von 1956 über ehrliche Bürger, die zu Münzfälschern werden, unterhalten sich zwei Herren, dargestellt von Toto und Peppino de Filippo, in einer Bar über den Kapitalismus. Die Bar, aus der die beiden Herren herauskommen, ist in Rom an der Ecke der Via Urbana, beim Eingang zur U-Bahn (Piazza della Suburra). An der Stelle ist heute ein Kaffee-Röster.

Ein Beispiel, in dem eine Bar als Drehort dient. Der Film Allacciate le cinture spielt im Caffè italiano in Lecce.

9. Welche Bar in welcher Stadt

Hier sollen nicht Cafes wie das Camparino, Florian, della Pace oder  Gambrinus beschrieben werden, sondern besondere Orte mit Flair, und natürlich gutem Caffè.

Die Liste fängt mit wenigen Bars an.

Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir typische Bars nennen könnten.  Schreiben Sie mir eine Mail oder nutzen Sie das Formular auf der Kontaktseite.

Rom: Die Caffetteria-Bistrot Chiostro del Bramante ist eigentlich keine richtige Bar. Dafür stehen die Tische und Stühle im ersten Stock des Kreuzgangs einer Kirche (Via Arco della Pace 5 Chiesa di Santa Maria della Pace, nicht weit von der Piazza Navona). Ein Ort der Ruhe mitten im römischen Trubel.

Eindeutig den besten Kaffee gibt es im Eustachio (Piazza Sant’Eustacchio 82). Drinnen sieht es aus wie in einem Supermarkt (und die Webseite wie ein Shop), weil der Kaffee verkauft wird. Draußen ist es schöner, aber auch doppelt so teuer.

Eigentlich auch keine ganz richtige Bar ist das Caffè Doria, das zum Museum Doria Pamphilij gehört. Es geht recht distinguiert zu an den kleinen Tischen mit den ehrwürdigen Bildern im Hintergrund.

Florenz und Toscana

Florenz: Caffè Scudieri, direkt am Baptisterium (Piazza di San Giovanni). Man sitzt draußen auf einem kleinen Podest unter riesigen Sonnenschirmen, aus denen im Sommer Wasser versprüht wird und kann das Treiben auf dem Platz genießen. Mit Glück gibt es gerade eine Parade. Drinnen ist es altehrwürdig – und an der Bar deutlich günstiger.

Kurse für Erwachsene

Italiener, die Geschichte mach(t)en

Ein Verleger

Den Auftakt macht ein Verleger und Buchhändler. Er kam aus einer reichen Familie, war aber dessen ungeachtet ein linker Aktivist und Kommunist. Verleger wurde er, weil er die Welt mit Büchern verändern wollte. Er besuchte Che Guevara in Kuba und publizierte später dessen Bolivianisches Tagebuch. Er war es auch, der das berühmte Foto des Revolutionärs mitbrachte, das heute T-Shirts schmückt.

In den späten 60ern hatte er sich zu einem Radikalen entwickelt, der auch Gewalt als legitimes Mittel ansah. Schrecklich war sein Ende. Er kam unter nicht endgültig geklärten Umständen bei einer seiner Aktionen 1972 zu Tode.

Angenehmer ist es, an eine seiner Frauen zu denken, eine bekannte Fotografin.

Erraten Sie den Namen des Verlegers, des gleichnamigen Verlages und der Buchhandlungen? Ein Tipp: es gibt sie in jeder Stadt und vielen größeren Orten. Vielleicht waren Sie ja schon in einer von ihnen, z.B. in der hypermodernen Porta Nouva an der Piazza Gae Aulenti  in Mailand, oder in Rom an der Torre Argentina. Nicht weit von der Piazza Gae Aulenti in Mailand steht auch das neue, sehenswerte Gebäude der Fondazione Feltrinelli von Herzog & de Meuron (Architekten u.a. der Elbphilharmonie). Und wenn Sie schon in der Gegend sind, sehen Sie sich das ganze neue Viertel mit dem Bosco Vertikale (zwei begrünte Hochhaustürme) und dem Torre Unicredit an.

Italienische Landeskunde
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Beziehungsreich ist der Name der Piazza, an der sich die Buchhandlung in Mailand befindet. Gae Aulenti war eine sehr bekannte Architektin. Sie entwarf die Innenausstattung des Musée d’Orsay und erlangte damit späte Berühmheit. Nach dem Architekturstudium arbeitete sie zunächst als Industriedesignerin. Ein erster großer Erfolg war der Entwurf des italienischen Pavillons auf der Architektur-Triennale 1964. Ende der 70er begann sie Bühnenbilder und Kostüme zu entwerfen. Gleichzeitig arbeitete Sie als Dozentin. Sie gestaltete unterschiedlichste Gebäude: Wohn- und Bürogebäude, Schauräume oder Ausstellungsräume.

Der Verleger und die Architektin stehen für das intellektuelle, moderne, zukunftsorientierte und europäische Italien.

Ein Politiker

Er hatte ein zweifaches Legitimationsproblem. Zum einen war er durch einen Bürgerkrieg an die Macht gekommen, den er selbst angezettelt hatte. Und zum zweiten hat er sich als Alleinherrscher eingesetzt. Eine Sache, für die sein Großonkel noch ermordet wurde.

Also musste er für sich Werbung machen. Zu damaligen Zeiten, ohne Internet, gab es dafür drei Wege:  beeindruckende Architektur, Münzen und die Gewinnung von Publizisten. Die Botschaft: ich bringe den Frieden,  die Götter sind mir gewogen und verleihen mir nahezu Gottgleichheit und ich stehe in der langen Tradition des Landes.

Es lohnt sich, in einem Rundgang in Rom zumindest einige seiner Bauten zu besichtigen.

Italienisch lernen Rom

Fangen wir mit dem Friedensaltar an. Ein Kubus, den man über eine Freitreppe betreten kann, an allen Seiten mit Reliefs geschmückt. Die Treppe führt zum Altar. Die Reliefs nehmen Bezug auf die Geschichte, vermitteln eine Atmosphäre des Friedens und stellen Opferprozessionen dar. Unser Politiker ist selbst auch dargestellt, ganz zurückgenommen, im Kreis seiner Familie als Teil einer Prozession. In griechischem Stil, vermutlich auch von griechischen Bildhauern geschaffen, stellen Sie also genau die gewünschten Bezüge her: alte Kultur, Tradition, Frieden, Familiensinn.

Tatsächlich waren auch eine moralische Erneuerung, die Förderung der Familie und sogar die Erhöhung der Geburtenrate Teil seiner Politik. Zur Bekräftigung seiner Mission liess er auch seine Tochter wegen Ehebruchs verurteilen.

Gegenüber steht sein Mausolem. Ursprünglich ganz in der Nähe des damaligen Standortes des Altars, heute etwa 10 Min. Fußweg entfernt, auf der Piazza di Monte Citorio, steht ein riesiger ägyptischer Obelisk, den unser Politiker, möglicherweise als Sonnenuhr, aufstellen ließ.

Natürlich hat er zu seiner Glorifizierung („Vater des Vaterlandes“) auch ein Forum errichten lassen, mit einer Statue von sich selbst. Die Bauten wurden mit Marmor verkleidet und verliehen dem Stadtzentrum Glanz. Das Forum liegt gegenüber dem Forum Romanum auf der anderen Seite der Via dei Fori Imperiali. Wer gerade jetzt eine Stärkung braucht, könnte ins kleine Restaurant La nuova Piazzetta (Via del Buon Consiglio, 23/a) gehen, mit winziger Außenterasse und leckeren italienischen Standards. Das Restaurant ist etwas versteckt. Qualität und Preise sind mehr als in Ordnung und der Service sehr freundlich und aufmerksam.

Nächste Station ist das Marcellustheater, 500 m von den Kapitolinischen Museen (in denen man eine Büste unseres Politikers bewundern kann). Das Gebäude dient heute noch als Wohnhaus.

Wer noch rätselt, wer es sein könnte: die Publizisten, oder besser Geschichtsschreiber, die er für sich gewann und offenbar in seinem Sinne beeinflussen konnte, waren Horaz, Livius und Vergil.

Es gibt fast keinen besseren Repräsentanten der antiken Geschichte Italiens. Er vertrieb die Provinzialität Roms und war prägend für seine Nachfolger.
In fast jedem Ort finden sich Bezüge zur antiken Geschichte. Sie bildet einen erheblichen Teil der Identität Italiens.

Die rote Jungfrau

Noch eine widersprüchliche Persönlichkeit? In Venedig geboren, blitzgescheit, selbstbewusst, ein Freigeist. Sie interessiert sich früh für Kunst. Sie kämpft für das Frauenwahlrecht und fördert die Futuristen. Sie gründet einen Salon in Mailand. Und das Who-is-who der italienischen Kunst- und Musikszene ist zu Gast. Sie neigt den Sozialisten zu. Deshalb wird sie „rote Jungfrau“ genannt. 1922 gründet sie die Künstlergruppe „Gruppo del Novecento“. Schon längst hatte sie da Mussolini kennen und lieben gelernt. Sie gründet mit ihm eine Zeitschrift und schreibt seine Biografie. Sie wirbt für ihn, auch im Ausland, und wird sogar von Roosevelt zum Tee eingeladen. Sie versucht, Mussolini bei den Intellektuellen salonfähig zu machen. Sie ist eine sehr aktive Unterstützerin des italienischen Faschismus.

Nach 12 Jahren war Mussolini ihrer überdrüssig. 1938 musste sie emigrieren, da sie Jüdin war. 1947 kehrte sie zurück und lebte in Cavallasca bei Como. Sie starb 1961. Immerhin erging es ihr besser als einer späteren Geliebten Mussolinis, Clara Petacci. Beide wurden in Giuliano di Mezzegra  am Comer See erschossen und anschließend an einer Tankstelle in Mailand öffentlich aufgehängt.

Dieses weniger ruhmreiche Kapitel soll als Aufhänger für ein angenehmeres Thema dienen: den italienischen Freiheitskampf und die Einigungsbestrebungen. Kein Ort, in dem nicht eine Straße nach Garibaldi, Cavour, Mazzini, Vittorio Emanuele II, oder nach dem 4. November benannt ist, oder es eine Piazza Repubblica gibt.

Garibaldi brachte, unterstützt von Mazzini, mit seinem „Zug der 1.000“ 1860 das Königreich beider Sizilien unter seine Kontrolle. Cavour, der Ministerpräsident von Sardinien-Piemont, sandte ihm Truppen zu Hilfe (und um republikanische Bestrebungen zu dämpfen). Es wurden Teile des damaligen Kirchenstaates besetzt (Umbrien und Marken). Und schließlich wurde Viktor Emanuel II. 1861 zum König von Italien ausgerufen. Der 4. November schließlich feiert den Sieg Italiens im 1. Weltkrieg.

Der Freiheitskampf und die späte Einigung Italiens ist ein weiterer Wesenszug des Landes. Und Teil des Stolzes der Italiener. Manchmal allerdings scheint es, dass noch immer Trennlinien bestehen, z.B. zwischen Nord- und Süditalien.

Möglicherweise ist eine Spätfolge des Faschismus ein Erstarken der der Linksparteien in der Nachkriegszeit. Bis zum Aufstieg Berlusconis jedenfalls waren faschistische Ideen geächtet.

Die Astronautin

Studium in München, Toulouse, Moskau und Neapel (Master in Luft- und Raumfahrttechnik), Kampfpilotin und Astronautin. Vom 23.11.2014 bis zum 11.06. 2015 war sie in der ISS und hält damit den Langzeit-Rekord für Frauen im Weltall. Sie ist Mutter einer Tochter. Einfach unglaublich.

2019 war sie für einen Vortrag in Köln im italienischen Kulturinstitut. Sie wirkt zunächst intellektuell und etwas distanziert. Als beim Schlussfoto immer mehr Kinder auf die Bühne kommen und ihre Nähe suchen, als könnte eine Berührung etwas von Ihrer Besonderheit übertragen, ist sie zunächst irritiert, freut sich dann aber doch. Langsam wird bewusst, was sie vollbracht hat. Ein magischer Moment.

Wirklich eine würdige Repräsentantin der modernen, starken Italienerin. Es zeigt, dass die vermeintlich typische Mamma überkommen ist. Die Mamma, so der Mythos, hält die Familie zusammen, umsorgt und verteidigt die Kinder, ist das heimliche Familienoberhaupt und, als Hüterin der Familienrezepte, die beste Köchin.
Ist das heute noch aktuell? Vermeintlich ja. 2017 wohnten fast die Hälfte der unter 34-Jährigen noch zu Hause. Das ist aber eher eine Begleiterscheinung der Arbeitslosigkeit und der z.T. niedrigen Gehälter. Deshalb sind in Italien auch weniger Frauen in einem Arbeitsverhältnis, als in Deutschland.
Tatsächlich ist Italien das europäische Land mit einer der geringsten Geburtenquoten. Frauen liegen vorne bei den Universitätsabschlüssen. Es hat sich also etwas verändert. Die Fakten zeigen, la mamma ist ein vergangener Mythos, nicht mehr.

Die Schriftstellerin

1936 in Florenz geboren. Tochter einer Prinzessin aus einer sizilianischen Adelsfamilie und eines Japanologen und Anthropologen. Sie hat als Kind hat mehrere Jahre in Japan gelebt, davon, wegen der antifaschistischen Haltung ihrer Eltern, zwei Jahre in einem Internierungslager. Japan war zu der Zeit im „Dreimächtepakt“ mit Hitler und Mussolini verbunden. Die Entbehrungen in dem Lager werden sie lange verfolgen. 1946 zog die Familie wieder nach Sizilien. Zunächst wohnte sie nach der Trennung der Eltern bei Ihrer Mutter in Palermo. Mit 18 zog sie zu Ihrem Vater nach Rom und veröffentlichte erste Kurzgeschichten. Sie ist Mitgründerin der Literaturzeitschrift Tempo di letteratura. Sie war Lebensgefährtin von Alberto Moravia. Sie war mit Pasolini befreundet und schrieb an einem Drehbuch mit. In den 70ern schloss sie sich der Frauenbewegung an, veröffentlichte den Roman „Donna in guerra“ und ist seither eine Kämpferin für Frauenrechte.

Um Ihre Botschaft zu verbreiten, schrieb sie Theaterstücke, und organisierte Aufführungen auf der Straße, in Schulen oder auf Märkten. Sie wird manchmal als „zornige Frau der italienischen Literatur“ bezeichnet. Sie ist Herausgeberin der Literaturzeitschrift „Nuovi Argomenti“. Ihr Werk umfasst über 20 Romane, Erzählungen (auch für Kinder), Lyrik, Essays, Theaterstücke und Drehbücher. Und sie führte Regie im Film L’amore coniugale. Sie ist die Intellektuelle Italiens.

Die Kommunistin

1924 in Istrien geboren und 2020 gestorben. Sie war eine Schriftstellerin und Intellektuelle, maßgebliches Mitglied der kommunistischen Partei Italiens (Partito Comunista Italiano – PCI, deutsch: KPI) und Mitbegründerin der Tageszeitung Il Manifesto.

Sie studierte in Mailand Kunstgeschichte und Philosophie. Sie nahm am antifaschistischen Widerstand und an Partisanenaktionen Teil.

Nach dem Krieg war sie für die Kulturpolitik verantwortlich. Der damalige Parteischef war Palmiro Togliatti. Er war am Zustandekommen einer Vereinbarung zwischen der Sowjetunion und Italien zur Produktion des Fiat 124 in der UdSSR beteiligt. Zum Dank wurde eine Ortschaft in Russland nach ihm benannt. Der Nachfolger dieser Gründung ist die AwtoWAS (Wolga Automobilwerk), der größte Produzent von Pkw in Russland, an dem Renault-Nissan zu über 25% beteiligt ist – aber das ist nur eine Anekdote.

Sie war Mitglied des Zentralkomitees der PCI und 1963 auch Abgeordnete im Parlament und zunächst – unangefochten vom Berliner Aufstand oder der Niederschlagung des ungarischen Widerstands durch die UdSSR – Verteidigerin der sowjetischen Politik.

Ihr Haltung änderte sich einige Jahre später. Die Zeitschrift Il manifesto, an der sie mitwirkte, kritisierte die unentschiedene Haltung der KPI Moskau gegenüber und sie wurde aus der Partei ausgeschlossen. Nach einer deutlichen Wahlniederlage eines Versuchs, eine neue linke Partei zum Erfolg zu führen, zog sie sich aus der Politik und der Zeitung zurück und war nur noch schriftstellerisch tätig.

Vielleicht ist Ihnen in Italien schon einmal eine Via oder eine Piazza Gramsci begegnet, z.B. in Mailand, Carrara oder Siena. Gramsci war Mitbegründer und mehrere Jahre Vorsitzender der kommunistischen Partei Italiens.

Die Partei war nach dem Krieg über lange Jahre eine der stärksten Parteien in Italien, mit regelmäßigem Wahlergebnis um 25%, und die größte kommunistische Partei außerhalb der UdSSR. Die PCI war auch prägend für die italienische Kultur der 60er und 70er Jahre. Pavese, Pasolini, Natalia Ginzburg, Luigi Nono, Andrea Camilleri, Calvino, Visconti, alle waren Mitglieder der PCI. Sie stellte den Bürgermeister in vielen Orten und Städten, z.B. in Rom, Neapel, Bologna oder Venedig. Die Toskana, die Marken und die Emila Romagna waren traditionell „rot“.  Die Kommunisten initiierten die „Feste dell’Unità“, in denen Künstler und Literaten auftraten, Vorträge hielten und diskutierten. Diese Feste gibt es heute noch, sie haben aber ihren ursprünglichen Charakter verloren und sind reine Volksfest.

In den 80ern und 90ern veränderte sich die Partei. Sie benannte sich 1991 in „Partito Socialista Italiano“ – PSI , deutsch:„Demokratische Linkspartei“ und später in „Democratici di Sinistra“ –DS, deutsch:  „Linksdemokraten“ um. Schließlich ging sie in der „Partito democratico“ auf. Von 1998–2000 war Massimo D’Alema – als erster Exkommunist – Ministerpräsident . Giorgio Napolitano, ebenfalls ein Ex-Kommunist,  wurde 2006 Staatspräsident.

2016 wurde die PCI wiedergegründet.

Die gesuchte Dame steht also für den prägenden Einfluss des Kommunismus auf Politik und Kultur Italiens. Sie war intellektuell, kultiviert und militant.