Italienische „Institutionen“

Was ist „typisch italienisch“, womit verbindet man Italien, wo spiegelt sich das italienische Lebensgefühl wider? Hier werde ich einige der italienischen „Institutionen“ beschreiben.

Zunächst ist das die Bar, der Begleiter über den Tag.

Dazu gehört auch die Oper.

Viel Vergnügen! Auch hier gilt: ich bin dankbar für Ihre Anregungen!

Die Bar

1. Begleitung über den Tag

Die Bar begleitet über den Tag. Sie ist regelmäßiger Treffpunkt und vereint Jung und Alt, Kostüm- und Anzugträger*innen, Arbeiter, Müßiggänger…

Ein schnelles Frühstück (Capuccino und Brioche oder Cornetto), eine Kleinigkeit zu Mittag (Salat oder angewärmte Panini), den Aperitivo am Nachmittag und vielleicht noch einen Grappa oder Wein nach dem Abendessen, oder einen Espresso zwischendurch. Die Bar sorgt für alles.

Am Morgen haben die Leute es meist eilig. Noch schnell das Minifrühstück, bevor es zur Arbeit geht. Aber Zeit für einen Plausch ist immer. Auch diejenigen, die nur zwischendurch einen Caffè nehmen, sind nicht lange in der Bar. In der zweiten Tageshälfte ist mehr Zeit.

Man steht gewöhnlich am Tresen. Dort ist der Treffpunkt. Man möchte diejenigen sehen, die man regelmäßig trifft aber auch selbst Präsenz zeigen. Gesprächsthemen finden sich sofort. Die Bar schafft also seelisches Gleichgewicht. Die Einstimmung in den Tag, die Entspannung in der Mittagspause, die Möglichkeit, Dampf abzulassen am Nachmittag, einen beschaulichen Ausklang am Abend. Am Nachmittag stehen die Leute auch vor der Bar und unterhalten sich in kleinen Grüppchen.

Italienisch in Sülz

2. Das Ambiente

Schon die Geräusche vermitteln das italienische Gefühl. Das Klirren der Tassen und der Löffel, die auf die Untertasse geworfen werden, die Mahlgeräusche, das Ausklopfen des Siebträgers und das Zischen des Dampfes. Und darüber die Unterhaltungen der Gäste.

Der Barista ist eher wortkarg. Er zelebriert seine Kunst, den Caffè zu brühen und bewahrt auch in der größten Hektik die Ruhe. Beeindruckend ist die meist riesige Espressomaschine. In größeren Bars sind Kasse und Theke getrennt. Man kauft den Scontrino und gibt ihn dem Barista.

Die Ausstattung der meisten Bars ist spartanisch. Der Tresen mit einer kleinen Vitrine für Süsses und Pannini, die Kaffee-Maschine und eine Galerie mit alkoholischen und alkoholfreien Getränken. Vielleicht noch ein oder zwei kleine Tische vor der Tür. Das ist häufig schon alles.

Das gibt es natürlich auch größer, mit Sitzplätzen im Inneren, einer Reihe von Tischen mit Sonnenschirmen vor der Bar. Und schließlich gibt es die großen, historischen und berühmten Bars.

3. Der Caffè

Welchen Caffè gibt es? Am Morgen (und nur dann) Capuccino, Espresso, vielleicht noch einen Espressino (ein Espresso mit etwas Milchschaum und Kakao) oder einen Macchiato. Das ist das Kern- Angebot. Dazu gibt es vielleicht noch einen Lungo, einen entkoffeinierten Kaffee, oder einen Caffè correto mit Alkohol (Grappa oder Sambuca).

4. Die Speisen

Manche Bars bieten Berufstätigen ein Mittagessen, das vom Arbeitgeber mit den „Tickets“ unterstützt wird. Hier gibt es dann auch mehr Gerichte, im Süden z.B. Arancini.

Zum Aperitivo am Nachmittag oder am Abend reichen einige Bars nicht nur Kleinigkeiten, wie Erdnüsse, Oliven oder Chips zum Getränk, sondern Kunstwerke aus kleinen Antipasti und Tramezzini, die Stuzzichini, benannt nach den Spießchen. Diese Speisen genügen zum satt werden und sind meistens im Preis der Getränke inbegriffen.

Italienisch in Sülz

5. Der Aperitivo


Mit Aperitivo ist nicht nur das Getränk gemeint, das alkoholisch oder alkoholfrei sein kann. Aperitivo umfasst auch die kleinen Speisen und im erweiterten Sinn das gesellige Beisammensein.

Manchmal gibt es sogar ein Buffet und Aperitivo und Abendessen verschmelzen zum Apericena.

Das Getränk kann ein Aperol sein, ein Martini, ein Spritz, ein Negroni oder ein alkoholfreier Bitter (in rot Bitterino, in gelb Crodino). Es wird aber auch Wein oder Prosecco ausgeschenkt. Der Aperitivo soll Ende des 18. Jahrhunderts in Turin erfunden sein, und war damals ein Wermut.

6. Süsses

In jeder Bar gibt es Süssgebäck. Sfogliatelle (gefüllte Blätterteigtaschen, ursprünglich aus Neapel), alle Arten Mandorlini (Mandelgebäck), rumgefülltes Gebäck (Babà), Amaretti….

Es gibt auch Eis, meistens aus der Kühltruhe (z.B. einen Tartufo), manchmal auch selbst Hergestelltes oder von einem Eiscafe Geliefertes.

7. Besonderes

Eine Besonderheit gibt es in Neapel: den Caffè sospeso. Typisch napolitanisch ist das selbst organisierte Solidarität. Man kann für weniger Begüterte einen Caffè spendieren. Der Scontrino für diesen Caffè wird häufig irgendwo in der Bar aufgehängt. Der Caffè wird dann auf Anfrage ausgeschenkt. Der Barista ist der Wächter über die richtige Verwendung des Caffè sospeso. Auf Netflix gibt es sogar eine Dokumentation darüber, wie sich der Caffè sospeso bis nach Amerika verbreitet hat (https://www.netflix.com/de/title/80232894). Ein Beispiel aus Chicago ist hier: Sister Pie. Inzwischen gibt es auch einen spendierten Coronatest (tampone sospeso) in Neapel – und in Mailand. Und auch in Köln gibt es das: Café easylivin in der Thieboldsgasse.

Italienisch mit Spaß

8. Literatur und Film

Stefano Benni hat in den 70ern ein Buch über die Bar und seine Besucher geschrieben (Bar Sport,  Mondadori, 1976) und 1997 ein Folgebuch (Bar Sport Duemila, Feltrinelli 1997). Er beschreibt sehr humorvoll die Typen und Geschichten rund um eine Bar.

Das Buch Bar Sport wurde 2011 auch verfilmt.

In der Komödie La banda degli onesti (die Bande der Ehrlichen) von 1956 über ehrliche Bürger, die zu Münzfälschern werden, unterhalten sich zwei Herren, dargestellt von Toto und Peppino de Filippo, in einer Bar über den Kapitalismus. Die Bar, aus der die beiden Herren herauskommen, ist in Rom an der Ecke der Via Urbana, beim Eingang zur U-Bahn (Piazza della Suburra). An der Stelle ist heute ein Kaffee-Röster.

Ein Beispiel, in dem eine Bar als Drehort dient. Der Film Allacciate le cinture spielt im Caffè italiano in Lecce.

9. Welche Bar in welcher Stadt

Hier sollen nicht Cafes wie das Camparino, Florian, della Pace oder  Gambrinus beschrieben werden, sondern besondere Orte mit Flair, und natürlich gutem Caffè.

Die Liste fängt mit wenigen Bars an.

Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir typische Bars nennen könnten.  Schreiben Sie mir eine Mail oder nutzen Sie das Formular auf der Kontaktseite.

Rom: Die Caffetteria-Bistrot Chiostro del Bramante ist eigentlich keine richtige Bar. Dafür stehen die Tische und Stühle im ersten Stock des Kreuzgangs einer Kirche (Via Arco della Pace 5 Chiesa di Santa Maria della Pace, nicht weit von der Piazza Navona). Ein Ort der Ruhe mitten im römischen Trubel.

Eindeutig den besten Kaffee gibt es im Eustachio (Piazza Sant’Eustacchio 82). Drinnen sieht es aus wie in einem Supermarkt (und die Webseite wie ein Shop), weil der Kaffee verkauft wird. Draußen ist es schöner, aber auch doppelt so teuer.

Eigentlich auch keine ganz richtige Bar ist das Caffè Doria, das zum Museum Doria Pamphilij gehört. Es geht recht distinguiert zu an den kleinen Tischen mit den ehrwürdigen Bildern im Hintergrund.

Florenz und Toscana

Florenz: Caffè Scudieri, direkt am Baptisterium (Piazza di San Giovanni). Man sitzt draußen auf einem kleinen Podest unter riesigen Sonnenschirmen, aus denen im Sommer Wasser versprüht wird und kann das Treiben auf dem Platz genießen. Mit Glück gibt es gerade eine Parade. Drinnen ist es altehrwürdig – und an der Bar deutlich günstiger.

Kurse für Erwachsene

Die Oper

Quelle: Wikipedia, Jean-Christophe BENOIST

Während der ersten Coronawelle orchestrierte der Dirigent Giovanni Mirabile den Gefangenen-Chor aus Verdis Nabucco. Jeder Sänger nahm seinen Part zu Hause auf dem Handy auf und danach wurden alle Beiträge zu einem Chor zusammengeführt. https://www.youtube.com/watch?v=GGdC1bwg1Kk

Dieser Chor wurde nicht umsonst gewählt, gilt er doch als heimliche Hymne Italiens und begründete einst den Erfolg von Guiseppe Verdi. Die Oper wurde 1842 in der Mailänder Scala uraufgeführt. Die Stadt gehörte damals, nach der Entscheidung im Wiener Kongress, mit der gesamten Lombardei und Venetien zu Österreich. Deshalb wurde der Text als Freiheitshymne verstanden:

Va, pensiero, sull’ali dorate;
va, ti posa sui clivi, sui colli,
ove olezzano tepidee molli
l’aure dolci del suolo natal!….

Flieg, Gedanke, auf goldenen Schwingen,
lass dich nieder auf jenen Hängen und Hügeln,
wo sanft und mild der wonnige Hauch
der Heimaterde duftet.

Erst 1859, nach der Schlacht von Solferino fiel die ganze Lombardei 1859 an Sardinien-Piemont und damit an Viktor Emanuel II. Dies war der Anfang des Königreichs Italien und des Risorgimento. 

Bei der Überführung von Verdis Leichnam in die Gruft der Casa di Riposo sang der Trauerzug mit angeblich 300.000 Teilnehmern den Gefangenen-Chor.

Oper war damals nicht nur musikalischer Genuss und emotionales Kunstwerk, sondern hoch politisch. Das erklärt vielleicht auch, warum Oper in Italien einen so hohen Stellenwert hat und als typisch italienisch betrachtet wird.

Bei genauer Betrachtung ist es wohl so, dass die politische Interpretation erst deutlich nach der Uraufführung, vielleicht gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte. Verdi widmete die Oper einer habsburger Prinzessin, die Österreicher hatten noch den Daumen auf der Scala und hätten wohl kein anti-österreichisches Stück zugelassen. Falls die Oper zu Beginn revolutionäres Potenzial gezeigt hätte, wären Wiederaufführungen in Vendig oder in Wien wohl nicht erlaubt worden. Vor 1848 waren vermutlich auch Verdi revolutionäre Gedanken eher fern.

Geschichte

Italienische Institutionen

Wer hat‘s erfunden? Die Italiener. Eine Gruppe von Musikern, Philosophen, Schriftstellern und Adligen in Florenz wollte die antiken Dramen neu beleben und war der Auffassung, dass die Texte gesungen werden sollten. Es entstand um 1600 Vokalmusik mit kleiner instrumenteller Begleitung. Einen großen Schritt in Richtung Oper ging Claudio Monteverdi, der die Instrumentierung deutlich vergrößerte. Er war damals am Hof von Mantua und wurde 1613 Kapellmeister des Markusdoms in Venedig. Dort entstand auch das erste öffentliche Opernhaus. Ein zweites Opernzentrum wurde Neapel. Das Publikum in Venedig waren hauptsächlich Bürgerliche, Neapel wurde von den Adligen dominiert. Das dritte Zentrum war Rom. Im 18. Jahrhundert bildeten sich zwei Operntypen heraus, die Opera seria und die Opera buffa. Und es entstand das Pasticcio – eine wilde Mischung von Arien und Ausschnitten von Opern, um mit begrenzten Opernkompagnien die steigende Nachfrage nach Aufführungen zu bedienen.

Die italienischen Opernkomponisten des 18. Jahrhunderts sind heute weniger bekannt (u.a. Alessandro Scarlatti, Pergolesi). Im 19. Jahrhundert geht es los: Rossini, Bellini, Donizetti. Und dann kam Verdi. Und schließlich Mascagni und Puccini.

Mit der „Vormacht“ Italiens in der Musikgeschichte erklärt sich auch, dass viele Begriffe heute noch italienisch sind. Und dass die meisten Libretti von Italienern geschrieben wurden.

Opernhäuser

Auch weniger passionierte Opernfans kennen sie alle: La Scala, La Fenice, Tetro San Carlo, Teatro dell’Opera, oder die Arena von Verona.

La Scala

Maria Theresia ließ La Scala bauen (an dem Platz der dafür abgerissenen Kirche Santa Maria alla Scala, deshalb der Name). Mailand und die Lombardei gehörten damals zu Österreich. Das Teatro Regio Ducale, ein Holzbau, der sich an der Stelle des heutigen Palazzo Reale befand, war 1776 abgebrannt. Zur Finanzierung wurden die Logen verkauft und durften nach den Wünschen der Eigentümer gestaltet werden. Einweihung war 1778 mit Salieris Europa riconosciuta. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde es 1946 wieder aufgebaut. Von 2001 bis 2004 wurde die Scala umfassend renoviert. Das Innere wurde entsprechend dem Zustand von 1778 wieder hergestellt.

Eng mit der Scala verbunden sind die Namen Bellini, Donizetti, Verdi und Giordano, sowie Maria Callas, die hier als Medea, Norma oder Violetta  brillierte und Anna Netrebko.

Weniger Glück hatte Puccini mit Madama Butterfly. Erst machten die Zuschauer einen Riesenlärm und verließen dann den Saal. Auch Mirella Freni hatte zu leiden. Wegen des vorangegangenen Rausschmisses von Maria Callas verdarben ihr deren Fans den Abend – nur weil sie nicht die Callas war.

Die Saison beginnt an Sant’Ambrogio (7. Dezember), dem Schutzheiligen von Mailand.

Die Gegenstände aus der abgerissenen Kirche Santa Maria alla Scala wurden in die Kirche San Fedele gebracht. Deshalb ist diese Kirche die Wallfahrtsstätte der Ballerinas der Scala.

La Fenice

Auch das Fenice entstand, weil eine andere Oper abgebrannt war. Nach dem Wiederaufbau des Teatro San Benedetto kam es zum Streit zwischen den Betreibern der Oper und den Grundstücksbesitzern, so dass die Betreiber kurzerhand ihre eigene Oper bauten. 1792 war Eröffnung. Der Name sollte an den Brand erinnern und an den freimauerischen Hintergrund der Bauherren (fenice = Phönix). Mehrere Uraufführungen von Verdi-Opern und des Rings der Nibelungen fanden hier statt. Gespielt wurde zu Karneval, zu Pfingsten und im Herbst. Konkurrenz belebt das Geschäft und so überboten sich die Betreiber der beiden Opern mit dem Engagement der besten Künstler, den aufgeführten Werken und deren Inszenierungen.

1996 gab es ein großes Feuer nach einer Brandstiftung. Der Innenraum wurde ebenfalls nach dem Vorbild vom Ende des 18. Jahrhunderts wieder errichtet und mit einer modernen Bühnenmaschinerie ausgestattet. Wiedereröffnung war 2003, die erste Oper – La Traviata – wurde 2004 gespielt.

Die Baugeschichte ist interessant. Die Ausschreibung, die auch auswärtige Architekten zuließ, verlangte auch den Neubau eines Kanals und einer Brücke, damit die Baumaterialien antransportiert werden konnten. Außerdem sollte das Theater brandsicher sein. Das sollte sich 1996 tragisch beweisen, als es zu wenig Löschwasser gab, da die Kanäle in der Umgebung des La Fenice trocken gelegt waren. Den Wettbewerb gewann Giannantionio Selva.

Selva verstand es, die unterschiedlichsten Anforderungen unter einen Hut zu bringen. Alles sollte berücksichtigt werden, die Tradition, die aktuelle Mode und die Ideen der Aufklärung, zumindest was die Rationalität der Architektur anlangte. Tatsächlich soll es Kontakte des Architekten und einzelner Mitglieder des Gründungskreises zu Vertretern der französischen Revolution und auch zu Voltaire gegeben haben. Das La Fenice hatte also auch deutliche bürgerliche Wurzeln.

1797 eroberte Napoleon Venedig. Die Republik Venedig war damit Geschichte.

Neapel und Rom

Neapels Oper, das Teatro San Carlo ließ Karl III von Spanien bauen, der gleichzeitig Karl VII von Neapel war und außerdem Sohn von Elisabetta Farnese, die wiederum aus der Familie der Chefs von Parma kam. Karl war 1731 Herzog von Parma geworden. Eigentlich ein Zufall. Zur Beschwichtigung der Begehrlichkeiten der Spanier in Italien hatten die Österreicher zugestimmt, dass Karl Herzog von Parma werden könne, wenn der amtierende Herzog kinderlos sterben sollte. Und das genau geschah. Schon drei Jahre später eroberten die Spanier Neapel – und Karl war König von Neapel und Sizilien. Das war durchaus nicht zum Schaden des Landes. Karl ordnete die Gesetze, begann den Palast von Caserta zu bauen und Pompei und Herculaneum auszugraben. Verheiratet war er mit Maria Amalia von Sachsen.

Die Oper, 1737 eröffnet, ist das älteste Opernhaus Italiens und war mit 3.300 Plätzen lange auch das Größte. Es war Schauplatz vieler Uraufführungen von Rossini, Donizetti, und Bellini. Einer der bekanntesten Sänger war Caruso. Allerdings war das Verhältnis des Publikums zu Caruso nicht ganz einfach. Die Oper teilte das Schicksal mit anderen Häusern und brannte1816 ab, wurde aber in kurzer Zeit wieder aufgebaut.

In Rom wurde die Oper 1880 fertig gestellt und zunächst nach seinem Auftraggeber Domenico Costanzi benannt. Heute heißt sie Teatro dell’Opera di Roma.

Italienische Oper
Opernführer Italien

Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:La_Fenice_auditorium.jpg?uselang=fr

Opernaufführungen

In der Saison 2018/2019 wurde La Traviata am häufigsten aufgeführt, gefolgt von Madama Butterfly und Rigoletto.

Allerdings hat Italien inzwischen seine führende Position bei Opernaufführungen verloren. In einer Statistik von Operabase nahm Italien 2015 die 17. Position in Europa ein, gemessen an der Anzahl der Aufführungen je 1 Mio. Einwohner (23,1), weit hinter Estland (70,9), Deutschland (83,1) und Österreich (139,2).

Gianluca Floris, Chef des Berufsverbands für Opernkünstler beklagt in einem Aufsatz von 2020 die mutwillige Zerstörung der Oper (http://www.avantionline.it/gianluca-floris-abbiamo-distrutto-lopera-lirica-italiana/). Er sieht den Anfang vom Ende im Jahr 1996 mit dem Gesetz, das dafür sorgte, dass die staatliche Unterstützung der Opern reduziert wurde. Oper sei vom „immateriellen kulturellen Erbe nationaler Identität“ zur einfachen „Unterhaltung“ oder „Live-Show“ degradiert worden. Dies führe auch zu einem „Braindrain“ der Wissensträger und Talente aus allen Bereichen der Opernproduktion.

Immerhin nennt das Giornale della Musica bei den besten 10 Opernproduktionen 2019 drei mal italienische (Opera di Roma mit L’angelo di fuoco von Prokofiev, La Scala mit Die ägyptische Helena von Richard Strauss  und das Festival della Valle d’Itria mit Ecuba von Nicola Antonio Manfroce ; https://www.giornaledellamusica.it/articoli/le-10-migliori-opere-liriche-del-2019).

Wenn Sie beim Namedropping mitmachen wollen, hier die berühmtesten italienischen Sängerinnen und Sänger:

Mirella Freni (gest. 2020)
Rita Orlandi Malaspina (gest. 2017)
Renata Tebaldi (gest. 2004)
Maria Maddalena Olivero (gest. 2014)
Katia Ricciarelli (geb. 1946)
Cecilia Bartoli (geb. 1966)
Anna Maria Sarra (geb. 1989)
Veronica Granatiero (geb. 1988)
Rosa Feola (geb. 1987)
Laura Macri (geb. 1991)
Alessandra Mairanelli (geb. 1986)
Luciano Pavarotti (gest. 2007)
Andrea Bocelli (geb 1958)
Giuseppe Di Stefano (gest. 2008)
Gianluca Ginoble (geb. 1996)

Italienische Oper

Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Regale,_Teatro_Bellini_Napoli.jpg; https://www.flickr.com/people/36169543@N02

Wollen Sie sich etwas Appetit holen?

La Fenice

La Scala

Arena di Verona (für diejenigen, die den Ort lieben, aber weniger die Oper)


Zur Musikstadt Lucca geht es hier.

Italiener, die Geschichte mach(t)en finden Sie hier.

Eine Tour durch drei Provinzen auf den Spuren von Piero della Francesca finden Sie hier.

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